Es ist vollbracht - die Andacht zum Karfreitag 2021 aus Corvinus von Pastor Dr. Jens Gillner

Thu, 01 Apr 2021 20:39:02 +0000 von Christian Hetterich-Dähn

Der Altar ist nicht geschmückt und die Kerzen brennen heute nicht. Ein schwarzes Tuch liegt über allem.
Es war an dem Freitag vor dem Passafest, als die Gegner Jesu es geschafft hatten, die euphorische Stimmung zu kippen, mit der Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Sie schafften es, ihn als Gotteslästerer verurteilen und am Kreuz hinrichten zu lassen. 
Das funktioniert auch heute noch. Die Hosianna-Rufe auf der einen und das „Kreuzigt ihn!“ auf der anderen Seite. Heute braucht man für eine Kreuzigung allerdings keine Nägel mehr und auch kein Kreuz. Worte – geschrieben, gepostet und herausgebrüllt reichen schon. Auch die Worte, die nicht gesagt werden, können kreuzigen.
Und es sind wir als Einzelne, als Familienmenschen, als Bürger*innen, als Teil der einen Welt, die dann solche Worte aussprechen, schreiben oder dazu schweigen.
Karfreitag ist kein einmaliges Ereignis, kein trauriger Gedächtnistag im Kalender, sondern ein Zustand, den wir immer wieder in unserem Leben provozieren. 
Karfreitag ist aber auch ein Ereignis, das uns stets daran erinnert, dass Leid und Tod Merkmale unseres Menschseins sind und dass wir nur in vollstem Vertrauen zu Gott mit ihnen leben können.